Nadja vom Schwarzenbach

 

Inzwischen des Terriers verlustig, lag der Gedanke nahe, sich nach Tito Nach- wuchs zu beschaffen. Im Zwinger „vom Schwarzenbach“ sollte die Hündin „Edda von der Bruderhöhle“ von Tito gedeckt werden, so dass ich 1983 schließlich Besitzer von „Nadja vom Schwarzenbach“ wurde. Es gelang mir, diese Hündin recht erfolgreich auf Jugendprüfung (auch mit Glück - hätte es nicht zwei fliegende Enten über dem Gewässer gegeben, wäre die Hündin nicht ins Wasser gegangen!) und Eignungsprüfung vorzustellen, nicht so auf der Gebrauchsprüfung!

 

Nadja war eigentlich ein Wachtelhund zum Abgewöhnen; sehr führerweich und in den ersten Jahren mit fehlender Wildschärfe. Zwischen uns fehlte es an der Chemie. Thomas Engell (inzwischen Zuchtwart der Landesgruppe Nieder-sachsen), versehen mit dem „Blick hinter die Kulissen“, einem feinen Näschen für Genetik und Vermehrung und der nun schon bekannten Überzeugungskraft krempelte mich schließlich auch noch dahingehend um, dass ich dann auch noch glaubte, dass die Zucht von Wachtelhunden die allein seligmachende Tätigkeit auf Erden ist.

Seine Idee der Mischpaarung (Braun x Braunschimmel), sein historischer Antrag dafür beim Zuchtbuchamt, der Schulterschluss mit Heiner Hemme (s. unten) und die Auswahl des entsprechenden Rüden, waren für meinen Zwinger zukunfts- weisende Impulse! „Cosmos Bringtreu“ – ein Rüde aus der DDR – durfte ran und wurde 1985 schließlich Vater des ersten (-W-) Wurfes im Zwinger vom Waldläufer. Unter heutigen Gesichtspunkten würde ich „Nadja vom Schwarzenbach“ nicht mehr einsetzen (müssen). Zu ihrer Ehrenrettung: Mit schließlich fünf Jahren stellte sich die Wildschärfe ein und sie wurde sogar eine rasante Schwarzwildjägerin.

 

Mit dem damaligen Forstreferendar Ulrich Maushake - heute seines Zeichens Amtsleiter im Bundesforstamt Grafenwöhr (immer noch dem Wachtelhund sehr zugeneigt) - und seinem kapitalen braunen DW - Rüden "Elch vom dunklen Schlag" unternahmen wir weite ergiebige Jagdausflüge innerhalb Niedersachsen. So wurde neben den Forstämtern Coppenbrügge, Saupark, Grünenplan, Seesen und Knesebeck auch die Herzberger Grafenforst bedacht. Diese hatte seinerzeit Baron Ferdinand von Korff gepachtet, der uns und unseren Wachtelhunden nicht nur das Revier, sondern auch sein jagdliches Herz öffnete!

 

Der Antrag auf Mischpaarung war insofern historisch, dass hier erstmalig ein brauner Rüde mit einer Schimmelhündin verpaart werden sollte. Es war -  anders als beim Vorgang „Schimmelrüde auf braune Hündin“ – mehr noch das Ziel, der Zucht von braunen Hunden einen deutlichen Schub über die „Reserve Schimmellinie“ zu verpassen! Cosmos war reinen braunen Blutes und hatte sich bereits über mehrere Zwinger („Auerberg“, „Dunkler Schlag“, „Mönchshof“, „Bassenkuhle“)  züchterisch gut dargestellt.

 

Das Beispiel „Nadja“ zeigte eindrucksvoll, dass sich die Qualität eines Zuchttieres nicht an seinen eigenen Leistungen misst, sondern daran, wie sich seine Nachzucht präsentiert. Ähnliches konnten wir später bei dem auch von anderen Züchtern eingesetzten Rüden „Don vom Dreisamtal“ erleben.

 

Die außergewöhnlichen Qualitäten von „Cosmos Bringtreu“ (68 Nachkommen) spiegelten sich auch in seinem Sohn, Wasco vom Waldläufer“ (65 Nachkommen wieder). Beide Rüden waren in der Lage, weiträumige Treiben ohne große Hilfe eigenständig „zu erledigen“. Ihre Besitzer – Heiner Hemme und Rolf Zick - haben sie dabei entsprechend in „Bewegung gehalten“.

 

Die Verbindung von „Nadja“ und „Cosmos“ findet man bei entsprechender Studie in den Ahnenreihen vieler unserer Hunde wieder. Ein Verdienst der Initiatoren Thomas Engell, Heiner Hemme und auch Heinrich Hecker. Letzterer musste als damaliger Vereinszuchtwart dem progressiven Antrag auf Mischpaarung zustimmen!!

 

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