7.9.2018

 

Ohne Worte: Bismarck mit Krähe!

 

Inzwischen spektakuläre sechs Monate alt, arbeitet Bismarck in vielen Bereichen wie ein Uhrwerk, ohne dass er es „arbeiten“ nennen würde. Seine Begeisterung, seine Einsatzfreude, seine Ausstrahlung sprechen Bände!

 

Es ist keine zwei Tage her: Ein Erstlingsführer sucht meinen Rat und berichtet, dass der Züchter seines Welpen ihm geraten hat, mit entsprechenden Abrichtungen in Sachen Apport bis nach der Jugendprüfung zu warten.

Allmählich bekomme ich angesichts solcher Aussagen Pickel, sollte sich doch rumgesprochen haben, wie kinderleicht unseren Junghunden etwas beizubringen ist.

 

Die Krähe, ein rabenschwarzer Vogel, dem nachgesagt wird, sich ungern im toten Zustand von ansonsten bringfreudigen Jagdhunden apportieren zu lassen! Schon wieder drohen bei mir Pickel zu sprießen, beweist doch mein Bismarck, zusammen mit vielen anderen Hunden meiner Lehrgänge, das Gegenteil!

 

Tipp: Verantwortungsvolle Mitjäger haben sich der Krähenjagd verschrieben. Pfiffig wäre, diese anzusprechen, um sich solche schwarzen Gesellen als Vorrat in der Gefriertruhe zu bunkern. Enten, Kaninchen, Hasen – all diese Kreaturen könnten wundersam zur Ernährung von uns Menschen beitragen, was man den Krähen nur zögerlich zugesteht. Mein Ansinnen ist es, so sparsam wie möglich Schleppenwild zu verschleißen, welches sich trefflich in unseren Küchen verwenden ließe!

 

Bemerkenswert scheint mir zu sein, dass der wahrzunehmende Einsatz von Bismarck auf der Federwildschleppe fast „ohneTöne“ verläuft (Auf einer EPB dürfte das im Bereich einer guten Benotung sein). D'ac­cord  mit Helga Adolph ( z.B. Nds.Jäger 15/2018) , dass der Umgang mit unseren Hunden durchaus ohne viele Worte vonstattengehen kann, sollte und eigentlich müsste, jagen wir doch mit unseren Hunden!  Eben diese Jagd sollte ruhig und ohne unnötige Geräusche über die Bühne gehen!

 

Laut werde ich nur, wenn erkennbar wird, dass der Hund, trotzdem er sein Metier beherrscht, nicht bereit ist, die erarbeiteten Abläufe einzuhalten. Die nun verwendeten Kommandos werden mit entsprechender Stimme moduliert.

 

Im Gegensatz zu den Bären verfügen Wölfe und damit auch Hunde über eine sehr aussagekräftige Mimik. Vermutlich können sie auch deswegen aus unserem Gesicht, aber natürlich auch aus unseren Gesten, lesen und lernen.

 

Das sollten wir nutzen und die Stimmgewalt als letztes, dann aber nachdrückliches, Instrument einsetzen.

 

Rückblick: Einer meiner Ziehväter in Sachen Ausrichtung zum Verbandsrichter kommentierte den Einsatz eines Hundes auf der Kaninchenschleppe wie folgt: „Wenn Sie Ihrem Hund beim Schnallen kein klares Apport-Kommando mit auf den Weg geben, kann er doch nicht wissen, was er machen soll und Sie dürfen sich nicht wundern, dass Sie durchgefallen sind!“

 

Gute Nacht, Marie! Wenn es nach vielen Monaten  Ausbildung auf der Prüfung  noch strammer verbaler Aufforderungen bedarf, wurden ganz wesentliche Dinge verkehrt gemacht!

29.8.2018

Gemeinsam zu Tisch!

 

Mit nunmehr knapp sechs Monaten ist Bismarck in der Gruppe nicht nur angekommen, sondern vollständig integriert. Mein Herzenswunsch – ein ruhiger, ausgeglichener Rüde, der sich mit meinen Althunden gut versteht – ist in Erfüllung gegangen. Es wird ohne Zwist miteinander gespeist und selbst in Schröders eigentlichem Heiligtum, der Kiste im Auto, wird das gemeinsame Bett geteilt. Die Krönung war kürzlich, dass alle drei Kämpfer sich zusammen in meiner kleinsten Hundehütte eingeschoben hatten. Wunderschön!

 

Ein Tipp am Rande: Die Kiste im Auto habe ich mit Zeitungspapier ausgepolstert, nachdem diverse Decken zerfetzt wurden. Das Papier saugt gut Feuchtigkeit auf, isoliert nach unten fantastisch und ist perfekt auswechselbar. Unsere Altvorderen haben sich in der russischen Kälte damit geschützt, die Obdachlosen in unseren Städten machen es ihnen nach!

21.8.2018

 

Bismarck mit Schlüssel!

 

Über das „Rückwärtige Schicken“, kombiniert mit meinen vorbereitenden Apport-Übungen ist der Knabe in einem Alter unter sechs Monaten in der Lage, sicher zu apportieren. Hat jemand den Eindruck, dass der Kleine unter dieser „Arbeit“ ächzt und stöhnt, kurz gesagt, leidet? Einmal mehr appelliere ich, mit unseren so wunderbar aufmerksamen jungen Hunden diese wichtigen jagdlichen Aufgabenfelder so früh wie möglich und damit spielerisch zu erarbeiten. Mittels diesem Trainings sind unsere Hunde in der Lage, rückläufig auf unserer Fährte verloren gegangene Gegenstände für uns wiederzufinden. Eine überaus nette Beigabe, die neben allen jagdlichen Einsätzen unseren Alltag wunderbar ergänzen kann!

 

12.8.2018

Freiwillige Verladung

 

Ein junger Hund mit inzwischen fünf Monaten und 17 kg Gewicht sollte in der Lage sein, selbstständig seinen ihm zugewiesenen Platz im Auto einzunehmen. Dieses kleine Video soll Mut machen, entsprechendes rechtzeitig zu trainieren!

27.7.2018

 

Weiterführende Apportierübungen

 

Nachdem der Kleine auf dem Bistrotisch sich zwanglos etwas in den Fang legen lässt, es auf Kommando gegen den Leinenzug festhält und  an der Reizangel „den Terrier raushängen“ lässt, geht es mit ihm auf den Boden.

 

Zu den Bildern

  • Der Rüde befindet sich an einer ca. 8 m langen Ablaufleine.
  • Vor seinen Augen wird der Knotenstrick, der sich ebenfalls an einer – kurzen – Leine befindet aufputschend hin und her geschwenkt. An seiner Aufregung erkennt man gut, dass es für den Kleinen um Spaß geht. Er hat an dieser Stelle die Verknüpfung zum Reizangelspiel.
  • Nach motivierenden Kommandos darf er sofort hinter dem fliegenden Strick hinterher.
  • Im Moment des Aufnehmens motiviere ich ihn, weiter zu halten und dabei heran zu kommen.
  • Die Ablaufleine gewährleistet, dass der Kleine nicht in die Seitenräume ausweichen kann. U.U. kann er über diese Leine herangezogen werden. In unserem Fall ist nur leichte Korrektur erforderlich.
  • Er wird lockend gerufen und freundlich zum „Sitz“ aufgefordert. Die Aufforderung „Halt fest!“ begleitet ihn vom Aufnehmen bis zum Ausgeben. 
  • Nach Einnahme der Sitzstellung wird Zug über die Rackelleine auf den Kurzstrick ausgeübt. Der Jung-Hund erkennt sich in seiner Bistrotisch-Übung wieder und hält selbstsicher über einen verstärkten Kieferdruck.
  • Eine Hand geht schließlich belohnend, streichelnd über den Kopf, die zweite Hand übernimmt dann erst unter dem Befehl „Aus“ das Apport-Teil. Diese Prozedur ist von großer Bedeutung, schafft sie doch Vorsorge, dass der Hund uns später das Wild nicht unkontrolliert vor die Füße spuckt! 

Das Gezeigte kann nur deswegen so gut funktionieren, weil die, auch auf dieser Seite gezeigten, spielerischen Übungen entsprechend vortrainiert wurden.

 

Ohne Fleiß kein Preis!

 

Achtung!

 

Kinder können zur Sozialisierung unserer Hunde bedeutsam sein. An dieser Stelle der Entwicklung ist das Spielen von Kindern mit dem Hund in der Regel sehr kontraproduktiv.

So fehlt es an der Konsequenz: Stöckchen oder Bälle werden geschmissen, Fiffi bürstet los, „Kind“ ist begeistert und noch begeisterter, wenn das Wurfgeschoss aufgenommen wird. Und dann passiert es: Hündchen denkt gar nicht daran, den heißgeliebten Ball wieder abzugeben, schlimmer noch, er wird dem Kind vor die Füße gespuckt. Das Kind  bückt sich und das Spiel beginnt von neuem.

Anlässlich meiner Führerlehrgänge ist dieses Phänomen – Holen und Ausspucken – als Umgangssünde im Vorstadium der Apportierausbildung häufig deutlich zu erkennen und nur sehr, sehr schwer „weg zu bügeln“! Das sollte man wissen, wenn man sich daran erfreut, wenn die Kinder - ach so toll - mit dem spielen, was mal ein richtiger Jagdhund werden soll!

16.7.2018

 

Einleitende Apportübungen

 

Bismarck, stramme 15 kg schwer und schlanke 16 Wochen alt, sucht inzwischen selbstständig den Bistrotisch auf, allerdings muss er noch von mir draufgesetzt werden ? !

 

Zu den Bildern:

  • Sitzstellung in erhöhter Position auf Kommando
  • Annehmen eines Gegenstandes unter leichter Hilfestellung beim Öffnen des Fanges. Ein selbstständiges Öffnen kommt irgendwann von alleine. Mein Zeigefinger schiebt sich leicht zwischen die Zähne und erfahren fast keinen Gegendruck mehr.
  • Halten in Sitzstellung für mehrere Minuten. Entfernen auf einige Meter. Das ist das Ergebnis von ca. 5 Wochen leichtem Training. Umfang: Alle zwei bis drei Tage zwei bis drei Minuten.
  • Halten in Sitzstellung unter Einschalten einer „Rackelleine“. Der junge Hund begreift so, dass es Widerstand auf die Stoffwurst gibt, dem er zu parieren hat. Er lernt damit jetzt schon, „unsere Beute“ in seinem Fang konsequent fest zuhalten!
  • Ausgeben nur auf Kommando und nicht schon dann, wenn die Hand sich nähert. Demonstrativ geht eine Hand erst einmal streichelnd über den Kopf, es folgt das „Aus“-Signal mit der Hand, die ihm den Gegenstand abnimmt. So Trainierte schmeißen einem später das Wild nicht vor die Füße. 
  • Eine ständige Kommunikation mit dem Hund hat jetzt schon den Erfolg, das der Kleine meine verbalen Hilfen annimmt und begreift. Meine Aufforderung „Halt fest“ unterscheidet sich deutlich vom späteren „Apport“. Das Apportieren ist eine geschlossene Bringarbeit. Das hier gezeigte Festhalten ist eine der wichtigsten Teilarbeiten und sollte auch nicht mit dem jetzt noch unangebrachten Kommando begleitet werden!
  • Körperkontakt mit den Händen, intensiver Lob mit begeisternder Stimmenmodulation sind für ihn Belohnung genug. Ich arbeite fast nie mit Leckerli!!
  • Anschließend geht es immer in die Liegestellung mit dem entsprechenden Kommando (Platz, Ablegen, Down – je nach Führer-Wunsch!).
  • Auch wenn es inzwischen viele begriffen haben: In diesem Stadium ist der Hund händelbar und in vorpubertärer Phase extrem kooperationswillig. Mit unseren Töchtern hatten wir den meisten Spaß vor der Pubertät und jetzt – lange nach der PubertätJ. Wenn das Testosteron bei Bismarck einschießt, wird er viele Sachen als selbstverständlich und zwar nicht „Gott gegeben“ aber „Führer gegeben“ ansehen!
  • Nach dem hoffentlich erfolgreichen Abschluss mit der Brauchbarkeitsprüfung im Herbst 2019 wird dieses Wunderkind nicht mehr das Apportieren brauchen! Ich würde allerdings immer wieder diese „Dressurübungen“ mit einem jungen Hund exerzieren. Im Rahmen einer solchen Zusammenarbeit komme ich an Körper und Geist meines Hundes, wir beide lernen es, in schönster Harmonie zusammen zu arbeiten.

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6.7.2018

 

Bismarck tanzt  ... uns auf dem Kopf herum...

 

Probleme? Ja! Wir haben mit diesem Hund ein munteres Kerlchen, welches so gut wie nie bellt, jault, immer mit den vier Wänden zufrieden ist, in denen er sich gerade befindet. Also: Hundebox, Hundezwinger, Auto! Allerdings sollte sich in ihm das Empfinden entwickelt haben, dass es nicht die Zeit ist, diese „Vier Wände“ aufzusuchen, hat er sein Talent entdeckt, sich zu „verpieseln“. Dieses Verhalten konnte er auf unserem Grundstück fantastisch ausbauen. Hinzu kommt, dass er altersbedingt nicht mehr der Langsamste ist. Eben mal fangen lässt er sich nicht. Was also tun? Früher flog das Schlüsselbund, heute sind Schlüssel zu teuer für irgendwelche Wurfpraktiken. Seit vielen Jahren setze ich mein Wurfkettchen ein.

 

Es ist folgender Maßen aufgebaut. Am einen Ende befindet sich ein Glöckchen, am anderen Ende ein Karabinerhaken, der es ermöglicht, den Hund auch mal mit dieser Kette anzuleinen. Das kurze rotweiße Flatterband gewährleistet, dass dieses Wurfgerät im hohen Gras auch wieder gefunden werden kann!

 

Vorgehensweise: Sollte sich im Gelände nach unterschiedlichen Versuchen der Hund weigern, sich bei seinem Herrn einzufinden, fliegt diese Kette. Es ist bei vielen Hunden nicht zwingend erforderlich, dass der Hund getroffen wird. Der Schreck ist auch so da. Nach einigen Erlebnissen dieser Art reicht sehr schnell der Klang des Glöckchens, um den Hund parieren zu lassen. Anderseits wiegt Bismarck Reichskanzler entsprechend gute 15 Kg (mit 16 Wochen) und kann auch schon mal gewisse Berührungen verkraften!

 

Ich weise an dieser Stelle gerne noch einmal darauf hin, dass ein Grundgehorsam des Hundes – also auch das Kommen auf Ruf – lebenswichtig sein kann!

 

Erst wenn dieser Vorgang des „Glöckchen-klingeln“ in der freien Natur respektvoll angenommen wurde, kann auf dem Grundstück nach gearbeitet werden.

Beginne ich zu früh auf dem Grundstück, wird der Hund seine zahlreichen Möglichkeiten nutzen, diesen Exerzitien auszuweichen.

 

Kleine Variation: Ein kleineres Glöckchen befindet sich an meinem Autoschlüssel. Sobald das Verfahren „Wurfkettchen“ abgeschlossen ist, reicht das kleine Glöckchen, ohne geworfen werden zu müssen!

Der Knabe an der Leine abgelegt!

Zufrieden im Auto!

Seelenruhig im Zwinger!

    28.6.2018    

Weichen stellen!

 

Bismarck, inzwischen knappe vier Monate alt, kann sich benehmen, weil ich möchte, dass er sich benimmt! So macht es riesengroßen Spaß mit ihm! In den vergangenen Wochen konnte ich ihm Einiges mit großer Leichtigkeit beibringen, von dem ich sein Leben lang profitieren werde!

Es wird nie wieder so einfach sein etwas durchzusetzen. Es gilt diese Phase des Lebens zu nutzen!

 

Folgende Szenarien werden mir nicht passieren!

1. Der Drückjagdbock wird bezogen, der junge Hund, das erste Mal mit, wird unten angebunden und macht einen Heidenspektakel, weil diese Situation nicht akzeptieren will!

2. Ein Treffen von Hundeführern, die sich über ihre jungen Hunde austauschen wollen. Ein Koordinator möchte gerne, dass ein Hund nach dem anderen vorgestellt wird. Ein Hund sitzt kläffend und jaulend im Auto und möchte von Anfang an dabei sein!

3. Überraschender Termin: Aufgrund des zeitlichen Umfanges kann der kleine Hund nicht in der Wohnung bleiben und wird in den Zwinger gesetzt! Nach Wahrnehmung des Außentermins intervenieren die Nachbarn. Aufgrund des Jaulens und Kläffens hatte man den Eindruck, dass fremde Mächte den Kleinen bei lebendigem Leib schlachten wollten.

 

Resümee: Diese drei Punkte sind mit Bismarck abgehakt. Er ist in der Lage, mit den geschilderten Umständen so umzugehen, dass man ihn gerne um sich hat. Nach wie vor hat es keinen schmerzhaften Druck gegeben. Ausnahme: Drei Kontakte mit dem Weidezaundraht, der als Schutz vor evtl. zu befürchtenden Attacken von Schröder dient.

 

Um das geschilderte Verhalten durchzusetzen, setze ich gerne „fliegende Gegenstände“ ein. Diese Gegenstände sausen immer am Hund vorbei, führen aber zum Erschrecken mit nachfolgender Einsicht.

Beispiel 1: Das offene Hoftor darf nicht passiert werden, da die Straße droht. Beim ersten Versuch fliegt die Plastik-Gießkanne, kombiniert mit entsprechendem Kommando. 

Beispiel 2: Im Zwinger erste Versuche, zu motzen (war mit Bismarck allerdings nicht so). Hier darf es gerne ein Lehmklumpen sein, der sich, fern vom Hund,  am Maschendraht auflöst. Versprochen: Durchschlagende Wirkung.

 

Es werden auch wieder anhand dieser geschilderten Beispiele überemanzipierte „Ich-weiß-von-Geburt-sowieso-alles-besser!“-Wesen diese Vorgehensweisen kritisieren. Denen rufe ich fröhlich zu: „Macht es besser mit euren Hunden!“

21.6.2018

 

Die Reizangel ist ein unverzichtbares Instrument im Umgang mit einem jungen Jagdhund. Hier am Ende mit einer Rehwildecke versehen, dient sie dazu, Reflexe des Welpen zu schulen, Muskeln zu trainieren und vor allem aber das Zusammenwirken von Führer und Hund zu stärken.

Ich empfehle das Trainingsgerät – so wie gezeigt - auch etwas in den Angriffsmodus zu bringen. Es sollte immer mal wieder so eingesetzt werden, dass der Einzelkämpfer verleitet wird, auszuweichen. Damit wird das Rückwärtsspringen geübt. So werden Reflexe und Muskulatur ausgebildet. Das Ausweichen nach hinten über einen elastischen Sprung kann zum Beispiel in der Auseinandersetzung mit Schwarzwild entscheidend sein.

14.6.2018

Sozialisierung mit musikalischer Untermalung!

 

Neben dem täglichen Umgang mit den Bezugspersonen ist ein ständiger Austausch mit Artgenossen von großer Bedeutung. Ehemals Fürsprecher von Welpenspieltagen, rücke ich von dieser Einstellung ein wenig ab! Gesteuerter Kontakt mit Althunden kann ähnlich zielführend sein und u.U. mehr Vorteile bringen. Der Junghund lernt besser, sich „einordnen“ zu müssen. Die vielleicht wünschenswerte spielerische Variante kann ohne weiteres vom Führer abgedeckt werden! Entscheidend ist, dass der Heranwachsende beschäftigt ist, bzw. wird und dabei körperlichen Kontakt erfährt um auch damit seelisch eingebettet zu werden. Durch meine Art des Umgangs gewähre ich beides: Viel Freude bringende Auseinandersetzung mit fast unauffälliger Ausrichtung auf die jagdliche Zweckbestimmung.

12.6.2018

 

Das Wetter bietet es an: Ab ins Wasser, am besten gemeinsam! Bismarck hat sich insgesamt bisher nicht wasserscheu gezeigt! Wasser zeigt Nerven, Wasser festigt Nerven! Hunde haben uns Menschen gegenüber einen riesen Vorteil! Sie brauchen das Schwimmen nicht zu lernen! Allerdings müssen sie begreifen, dass sie es können!

 

Ich empfehle, mit jungen Hunden so früh wie möglich an` s Wasser zu gehen. Zum Wohl des Hundes, aber auch aus Gründen späterer jagdlicher Einsatzmöglichkeiten!

 

Ein Hinweis nebenbei: Das im Video zu hörende Keuchen stammt weder von Bismarck noch vom Führer. Schröder hat sich beim Aufnehmen des Tennisballes schlucktechnisch verausgabt!

9.6.2018

 

Inzwischen gute drei Monate, 10 kg schwer und mit der zweiten Impfung ab gefrühstückt wird der Kleine immer dreister. Er hat sich fantastisch mit allen Umständen in Haus und Hof arrangiert. Besonders entspannend ist das lockere Verhältnis zu meinen Altrüden, die ich aber nur sehr kontrolliert mit ihm zusammenlasse.

 

Meine Abrichtungsphilosophie besteht darin, meinen kleinen Weggefährten so früh wie möglich in die (maßvolle) Pflicht zu nehmen. Wie einfach das ist, zeigt das begleitende Video.

 

Bismarck kennt bereits das Spiel: Ran an den Tisch und rauf auf die Platte – alles ohne Murren. Annehmen des kleinen Apportierbockes ohne Widerstand über den Kiefernschluss, deutliche Bereitschaft zum Halten mit leichter Korrektur, Ausgeben mit anschließendem Ablegen in die Liegestellung. Abschluss der „Arbeit“ durch Heruntersetzen.

 

Ich meine, es ist gut erkennbar, dass der Kleine keinerlei Leidensdruck erfährt. Es scheint ihm sogar Spaß zu machen! So steht er häufig erwartungsvoll am Bistrotisch!

 

Er gewöhnt sich an meine Kontaktaufnahmen und die damit zusammenhängenden Aufgaben. Für mich besteht der Vorteil darin, dass seine 10 kg noch gut zu dirigieren sind. Die späteren 30 kg haben sich dann an mich gewöhnt und werden freudig mit mir zusammen agieren!  

31.5.2018

 

In den frühen Morgenstunden starb dieser Firschling auf der Landesstraße einen frühen Tod. Ein Autofahrer konnte nicht ausweichen! Einen Motoradfahrer hätte es aus den Gleisen gerisssen. Für meinen tapferen Gesellen der ideale Sparringspartner (... der Frischling, nicht der Motorradfahrer!).

30.4.2018

 

Wir wollten eigentlich einen Hund und keine Katze ...

29.5.2018

 

Leckerli ist out, Tube ist in!

 

Statt bröselnder Leckerlis habe ich eine Tube mit hochkonzentrierter, offenbar sehr schmackhafter Pampe in der Tasche. Die Tube ist gut zu handhaben, immer sauber und auch optisch sehr reizvoll.

Ich beuge mich etwas runter, locke den Kleinen heran und lasse ihn ca. einen Zentimeter Inhalt schlecken. Es lohnt sich also dann zu kommen, wenn der Alte sich leicht bückt und ruft, bzw. pfeift! Der andächtige Gesichtsausdruck spricht für sich!!!!

Es kann von großer Bedeutung sein, dass der junge Hund auf Zuruf gleich „zusteht“.

27.5.2018

 

Knastfütterung!

 

Damit sich die beiden Alt-Rüden an den kleinen Newcomer gewöhnen, werden sie gemeinsam und doch getrennt gefüttert. Als anerkannter Alpha - Rüde setze ich mich durch und mache klar, dass ich Harmonie wünsche!

23.5.2018

„Er hat doch schon zwei Hunde zum Jagen“! Richtig! Aber Schröder (Schorsch vom Waldläufer) ist drei, Charlie (Donn v. W.) zehn Jahre alt. Damit ist es absehbar, dass für eine Vielzahl von Drückjagden im Winter irgendwann nur noch ein Hund zur Verfügung stände. Nach wie vor ist es meine Einstellung, dass es unseren Hunden, aber auch den Jagdherrn gegenüber nicht in Ordnung ist, weiträumig, zuverlässig jagende Hunde an aufeinanderfolgenden Tagen einzusetzen. So bin ich stolz darauf, in der zurückliegenden Zeit fast ohne Ausnahme immer „frische“ Hunde auf den Jagden habe einsetzen können. Darum wurde es Zeit, sich um einen Hund zu kümmern, der zur gegebenen Zeit den Chef (Charlie) im Ring ersetzen kann.

 

Aus einer nach Ida und Orkan vom Waldläufer gezogenen Hündin habe ich jetzt einen zehn Wochen alten Welpen aus dem Zwinger „von der Dermbacher Höh“, Vater Arthur vom Loch, erstanden. Der Erstlingszüchter hat sich bei der Aufzucht in weiten Bereichen von mir beraten lassen und den Wurf in sehr ansprechender Form groß gezogen. Ein Rüde musste es sein, um nicht doch wieder in Versuchung zu kommen, einen Wurf hinzulegen. Außerdem wollte ich meinen Herren keine Läufigkeiten auf eigenem Terrain zu muten!

 

An dieser Stelle werde ich in unregelmäßigen Abständen noch einmal darauf hinweisen, wie einfach der Umgang mit einem Welpen zu handhaben ist.

 

Ohne jeden ernsthaften Druck ist es möglich, den kleinen Gesellen so zu prägen, dass es sich gut mit ihm leben lässt und er dabei zielgerichtet auf ein Leben als Jagdhund vorbereitet wird.

Ich weise darauf hin, dass es sich bei meinen beschriebenen Praktiken um kein Dogma, sondern um eine von vielen Möglichkeiten handelt, den Hund auf seinen Führer zu prägen und auf die zukünftige jagdliche Ausrichtung vorzubereiten!

 

Es wäre allerdings schade, eine so wichtige Zeit im Leben eines Hundes ungenutzt verstreichen zu lassen, ist sich doch die Wissenschaft einig, dass ähnlich wie bei uns Menschen, das Gehirn in den ersten siebzehn Wochen in unvergleichlicher Weise für neue Eindrücke „geöffnet“ ist!

„Bismarck“ zeichnet sich durch seine stoische Art aus, der er auch seinen Namen zu verdanken hat. Mein Wunsch, einen extrem ruhigen und dabei lenkbaren Hund zu bekommen, scheint in Erfüllung gegangen zu sein.

 

Farbe: Braunscheck! Auch wenn die Farbe für die spätere Verwendung gleichgültig ist, favorisiere ich das „braun - weiße“! In jeder Situation sind diese Hunde durch ihre markante Färbung gut zu erkennen. Lächerlich, dass einmal mehr in der Ahnentafel „Helltiger“ stehen wird. Es ist mir schleierhaft, wie es zu dieser fälschlichen Bezeichnung kommen konnte. Eingeweihte werden wissen, dass nicht das Fell des Tigers, sondern allenfalls z.B. das des Leoparden gepunktet ist!

 

Bismarck war und ist noch sehr geräuschempfindlich und skeptisch, was neue Einflüsse anbelangt, wird aber zusehends selbstbewusster.

Mir wird jetzt klar, in welcher bevorzugten Situation sich ein Züchter befindet, der seinen Nachwuchs immer wieder aus den eigenen Reihen rekrutieren kann. Ich meine hier im Nachhinein durch den wegfallenden Ortswechsel einen Entwicklungsvorsprung von drei Wochen zu erkennen. Durch entsprechenden Umgang kann dieser natürlich über einige Monate hinweg kompensiert werden.

 

Umgekehrt habe ich mit Schröder fortwährend noch kleinere Probleme. Er ging als Welpe aus dem Haus. Seine Besitzer, anfangs begeistert, wurden später mit dem ausgewachsenen Raufbold nicht fertig. Ich nahm ihn zurück, um letztlich heute festzustellen, dass einige Versäumnisse aus der Aufwuchs-Phase vermutlich nicht vollständig aufzuholen sind.

 

Ausschließlich ohne jede Form von schmerzhaften Eingriffen ist Bismarck im Alter von zehn Wochen nach zwei Wochen Aufenthalt in unserem Haus in der Lage:

  • Nachts 6-8 Stunden „durchzuhalten“
  • Auf unserem Grundstück eigenständig ca. 150 m Führerfährte (hier klicken!) zu arbeiten
  • Auf dem abgebildeten Bistrotisch alleine mit leichtem, liebevollen Händeeinsatz sich in die Sitzstellung und Liegestellung bringen zu lassen
  • In der Sitzstellung einige Sekunden einen Gegenstand zu halten (Schritte zum Apport >> hier klicken!)
  • Aus 10 m Entfernung auffordern zu lassen, sich ohne Widerstand in seine im Hauseingang befindliche „Höhle“ in Form eines Hundekorbes zu bewegen.

Ein besonderes Geschenk ist sicherlich, dass der Kleine sich ohne Murren und Knurren anbinden lässt, zuschaut wie ich verschwinde, auf mich ruhig wartet um dann begeistert meiner Fährte selbstständig zu folgen. Zu 80 % wird Bismarck auf diese Weise gefüttert. Er gewinnt so „Weite“, Selbstständigkeit und zugleich Führerbindung. Das ca. 150 m lange Grundstück wird so immer wieder durchgearbeitet – es könnte ja doch noch etwas zu finden sein! Die Führerfährte beinhaltet so auch den Vorteil, dass regelmäßig alle alten Stationen auf dem Grundstück wieder abgearbeitet werden. Vielleicht ein Beitrag, den Stöberwillen und dabei das „Zurück – Kommen – Wollen“ zu fördern.

Der zufriedene Gesichtsausdruck des Rüden beim Zurückkommen motiviert uns, an diesem Zusammenspiel immer wieder festzuhalten.

 

Noch ein Geschenk, sicherlich auch dem warmen Wetter geschuldet: Das Wasser im kleinen Gartenteich wird regelmäßig ohne Aufforderung angenommen, um eine kleine Runde zu schwimmen!

 

Das „Händeln“ auf der beschriebenen Position auf Brusthöhe schont meinen geplagten Rücken und ringt dem kleinen Gesellen eine gewisse positive Beklommenheit ab, die kurzfristig mit einer verstärkten Konzentration einhergeht.

 

Das umfangreiche – letztlich in Summe aber doch nicht mehr als wenige Minuten am Tag andauernde – „Theater“ schweißt mich mit meinem kleinen Gesellen zusammen.

 

Er bekommt dabei seine Streicheleinheiten und ganz viel Aufmerksamkeit. Sobald wir am Tisch sitzen, versuchen wir ihm dann keine Beachtung zu schenken, sodass dann das lästige Betteln um Beachtung entfällt.

Wir passen auf, dass der Kleine nur von einem sehr eingeschränkten Personenkreis angefasst werden darf, sodass wir immer mehr zu seinen ausschließlichen Bezugspersonen werden. Menschen, die sich bücken, um den Welpen zu streicheln, rufe ich zu, sie mögen das doch bitte lassen und kläre dann ggf. auf, warum ich das nicht möchte!

 

Reizangel und Tennisball (hier klicken!) wurden von Bismarck hoch willkommen als Spielgeräte angenommen.

 

Unverzichtbar sind gerade auch tagsüber lange, ausdauernde Ruhephasen die gewährleisten, dass sich der Körper erholen und entwickeln kann. Auch muss das Erlebte damit verdaut werden! Wichtig ist dabei die „Blockruhe“, also mehrere Stunden „Zurückgezogenheit“! Den Hund vollkommen in Ruhe lassen, auch wenn es schwer fällt! Der Hund muss sich in sein eigenes Ich zurückziehen können. Das kann er nur, wenn er von unserer Seite tagsüber mehrmals drei, vier Stunden nicht beachtet wird! So bekommen wir einen in sich ruhenden, aufmerksamen Hund! Auch gehört der Hund die ersten sechs Wochen auf das eingefriedete Grundstück. In diesem Terrain baut er Sicherheit auf und kann sich Schritt für Schritt  immer mehr verwirklichen. Zu frühe Touren mit einem Welpen durch die menschliche Zivilisation können zur Übersensibilisierung und damit zur anhaltenden Nervosität führen.

 

Einen ruhigen Hund bekommen wir dadurch, dass wir ihn zur Ruhe kommen lassen!