14.6.2018

Sozialisierung mit musikalischer Untermalung!

 

Neben dem täglichen Umgang mit den Bezugspersonen ist ein ständiger Austausch mit Artgenossen von großer Bedeutung. Ehemals Fürsprecher von Welpenspieltagen, rücke ich von dieser Einstellung ein wenig ab! Gesteuerter Kontakt mit Althunden kann ähnlich zielführend sein und u.U. mehr Vorteile bringen. Der Junghund lernt besser, sich „einordnen“ zu müssen. Die vielleicht wünschenswerte spielerische Variante kann ohne weiteres vom Führer abgedeckt werden! Entscheidend ist, dass der Heranwachsende beschäftigt ist, bzw. wird und dabei körperlichen Kontakt erfährt um auch damit seelisch eingebettet zu werden. Durch meine Art des Umgangs gewähre ich beides: Viel Freude bringende Auseinandersetzung mit fast unauffälliger Ausrichtung auf die jagdliche Zweckbestimmung.

12.6.2018

 

Das Wetter bietet es an: Ab ins Wasser, am besten gemeinsam! Bismarck hat sich insgesamt bisher nicht wasserscheu gezeigt! Wasser zeigt Nerven, Wasser festigt Nerven! Hunde haben uns Menschen gegenüber einen riesen Vorteil! Sie brauchen das Schwimmen nicht zu lernen! Allerdings müssen sie begreifen, dass sie es können!

 

Ich empfehle, mit jungen Hunden so früh wie möglich an` s Wasser zu gehen. Zum Wohl des Hundes, aber auch aus Gründen späterer jagdlicher Einsatzmöglichkeiten!

 

Ein Hinweis nebenbei: Das im Video zu hörende Keuchen stammt weder von Bismarck noch vom Führer. Schröder hat sich beim Aufnehmen des Tennisballes schlucktechnisch verausgabt!

9.6.2018

 

Inzwischen gute drei Monate, 10 kg schwer und mit der zweiten Impfung ab gefrühstückt wird der Kleine immer dreister. Er hat sich fantastisch mit allen Umständen in Haus und Hof arrangiert. Besonders entspannend ist das lockere Verhältnis zu meinen Altrüden, die ich aber nur sehr kontrolliert mit ihm zusammenlasse.

 

Meine Abrichtungsphilosophie besteht darin, meinen kleinen Weggefährten so früh wie möglich in die (maßvolle) Pflicht zu nehmen. Wie einfach das ist, zeigt das begleitende Video.

 

Bismarck kennt bereits das Spiel: Ran an den Tisch und rauf auf die Platte – alles ohne Murren. Annehmen des kleinen Apportierbockes ohne Widerstand über den Kiefernschluss, deutliche Bereitschaft zum Halten mit leichter Korrektur, Ausgeben mit anschließendem Ablegen in die Liegestellung. Abschluss der „Arbeit“ durch Heruntersetzen.

 

Ich meine, es ist gut erkennbar, dass der Kleine keinerlei Leidensdruck erfährt. Es scheint ihm sogar Spaß zu machen! So steht er häufig erwartungsvoll am Bistrotisch!

 

Er gewöhnt sich an meine Kontaktaufnahmen und die damit zusammenhängenden Aufgaben. Für mich besteht der Vorteil darin, dass seine 10 kg noch gut zu dirigieren sind. Die späteren 30 kg haben sich dann an mich gewöhnt und werden freudig mit mir zusammen agieren!  

31.5.2018

 

In den frühen Morgenstunden starb dieser Firschling auf der Landesstraße einen frühen Tod. Ein Autofahrer konnte nicht ausweichen! Einen Motoradfahrer hätte es aus den Gleisen gerisssen. Für meinen tapferen Gesellen der ideale Sparringspartner (... der Frischling, nicht der Motorradfahrer!).

Wir wollten eigentlich einen Hund und keine Katze ...

29.5.2018

 

Leckerli ist out, Tube ist in!

 

Statt bröselnder Leckerlis habe ich eine Tube mit hochkonzentrierter, offenbar sehr schmackhafter Pampe in der Tasche. Die Tube ist gut zu handhaben, immer sauber und auch optisch sehr reizvoll.

Ich beuge mich etwas runter, locke den Kleinen heran und lasse ihn ca. einen Zentimeter Inhalt schlecken. Es lohnt sich also dann zu kommen, wenn der Alte sich leicht bückt und ruft, bzw. pfeift! Der andächtige Gesichtsausdruck spricht für sich!!!!

Es kann von großer Bedeutung sein, dass der junge Hund auf Zuruf gleich „zusteht“.

27.5.2018

 

Knastfütterung!

 

Damit sich die beiden Alt-Rüden an den kleinen Newcomer gewöhnen, werden sie gemeinsam und doch getrennt gefüttert. Als anerkannter Alpha - Rüde setze ich mich durch und mache klar, dass ich Harmonie wünsche!

23.5.2018

„Er hat doch schon zwei Hunde zum Jagen“! Richtig! Aber Schröder (Schorsch vom Waldläufer) ist drei, Charlie (Donn v. W.) zehn Jahre alt. Damit ist es absehbar, dass für eine Vielzahl von Drückjagden im Winter irgendwann nur noch ein Hund zur Verfügung stände. Nach wie vor ist es meine Einstellung, dass es unseren Hunden, aber auch den Jagdherrn gegenüber nicht in Ordnung ist, weiträumig, zuverlässig jagende Hunde an aufeinanderfolgenden Tagen einzusetzen. So bin ich stolz darauf, in der zurückliegenden Zeit fast ohne Ausnahme immer „frische“ Hunde auf den Jagden habe einsetzen können. Darum wurde es Zeit, sich um einen Hund zu kümmern, der zur gegebenen Zeit den Chef (Charlie) im Ring ersetzen kann.

 

Aus einer nach Ida und Orkan vom Waldläufer gezogenen Hündin habe ich jetzt einen zehn Wochen alten Welpen aus dem Zwinger „von der Dermbacher Höh“, Vater Arthur vom Loch, erstanden. Der Erstlingszüchter hat sich bei der Aufzucht in weiten Bereichen von mir beraten lassen und den Wurf in sehr ansprechender Form groß gezogen. Ein Rüde musste es sein, um nicht doch wieder in Versuchung zu kommen, einen Wurf hinzulegen. Außerdem wollte ich meinen Herren keine Läufigkeiten auf eigenem Terrain zu muten!

 

An dieser Stelle werde ich in unregelmäßigen Abständen noch einmal darauf hinweisen, wie einfach der Umgang mit einem Welpen zu handhaben ist.

 

Ohne jeden ernsthaften Druck ist es möglich, den kleinen Gesellen so zu prägen, dass es sich gut mit ihm leben lässt und er dabei zielgerichtet auf ein Leben als Jagdhund vorbereitet wird.

Ich weise darauf hin, dass es sich bei meinen beschriebenen Praktiken um kein Dogma, sondern um eine von vielen Möglichkeiten handelt, den Hund auf seinen Führer zu prägen und auf die zukünftige jagdliche Ausrichtung vorzubereiten!

 

Es wäre allerdings schade, eine so wichtige Zeit im Leben eines Hundes ungenutzt verstreichen zu lassen, ist sich doch die Wissenschaft einig, dass ähnlich wie bei uns Menschen, das Gehirn in den ersten siebzehn Wochen in unvergleichlicher Weise für neue Eindrücke „geöffnet“ ist!

„Bismarck“ zeichnet sich durch seine stoische Art aus, der er auch seinen Namen zu verdanken hat. Mein Wunsch, einen extrem ruhigen und dabei lenkbaren Hund zu bekommen, scheint in Erfüllung gegangen zu sein.

 

Farbe: Braunscheck! Auch wenn die Farbe für die spätere Verwendung gleichgültig ist, favorisiere ich das „braun - weiße“! In jeder Situation sind diese Hunde durch ihre markante Färbung gut zu erkennen. Lächerlich, dass einmal mehr in der Ahnentafel „Helltiger“ stehen wird. Es ist mir schleierhaft, wie es zu dieser fälschlichen Bezeichnung kommen konnte. Eingeweihte werden wissen, dass nicht das Fell des Tigers, sondern allenfalls z.B. das des Leoparden gepunktet ist!

 

Bismarck war und ist noch sehr geräuschempfindlich und skeptisch, was neue Einflüsse anbelangt, wird aber zusehends selbstbewusster.

Mir wird jetzt klar, in welcher bevorzugten Situation sich ein Züchter befindet, der seinen Nachwuchs immer wieder aus den eigenen Reihen rekrutieren kann. Ich meine hier im Nachhinein durch den wegfallenden Ortswechsel einen Entwicklungsvorsprung von drei Wochen zu erkennen. Durch entsprechenden Umgang kann dieser natürlich über einige Monate hinweg kompensiert werden.

 

Umgekehrt habe ich mit Schröder fortwährend noch kleinere Probleme. Er ging als Welpe aus dem Haus. Seine Besitzer, anfangs begeistert, wurden später mit dem ausgewachsenen Raufbold nicht fertig. Ich nahm ihn zurück, um letztlich heute festzustellen, dass einige Versäumnisse aus der Aufwuchs-Phase vermutlich nicht vollständig aufzuholen sind.

 

Ausschließlich ohne jede Form von schmerzhaften Eingriffen ist Bismarck im Alter von zehn Wochen nach zwei Wochen Aufenthalt in unserem Haus in der Lage:

  • Nachts 6-8 Stunden „durchzuhalten“
  • Auf unserem Grundstück eigenständig ca. 150 m Führerfährte (hier klicken!) zu arbeiten
  • Auf dem abgebildeten Bistrotisch alleine mit leichtem, liebevollen Händeeinsatz sich in die Sitzstellung und Liegestellung bringen zu lassen
  • In der Sitzstellung einige Sekunden einen Gegenstand zu halten (Schritte zum Apport >> hier klicken!)
  • Aus 10 m Entfernung auffordern zu lassen, sich ohne Widerstand in seine im Hauseingang befindliche „Höhle“ in Form eines Hundekorbes zu bewegen.

Ein besonderes Geschenk ist sicherlich, dass der Kleine sich ohne Murren und Knurren anbinden lässt, zuschaut wie ich verschwinde, auf mich ruhig wartet um dann begeistert meiner Fährte selbstständig zu folgen. Zu 80 % wird Bismarck auf diese Weise gefüttert. Er gewinnt so „Weite“, Selbstständigkeit und zugleich Führerbindung. Das ca. 150 m lange Grundstück wird so immer wieder durchgearbeitet – es könnte ja doch noch etwas zu finden sein! Die Führerfährte beinhaltet so auch den Vorteil, dass regelmäßig alle alten Stationen auf dem Grundstück wieder abgearbeitet werden. Vielleicht ein Beitrag, den Stöberwillen und dabei das „Zurück – Kommen – Wollen“ zu fördern.

Der zufriedene Gesichtsausdruck des Rüden beim Zurückkommen motiviert uns, an diesem Zusammenspiel immer wieder festzuhalten.

 

Noch ein Geschenk, sicherlich auch dem warmen Wetter geschuldet: Das Wasser im kleinen Gartenteich wird regelmäßig ohne Aufforderung angenommen, um eine kleine Runde zu schwimmen!

 

Das „Händeln“ auf der beschriebenen Position auf Brusthöhe schont meinen geplagten Rücken und ringt dem kleinen Gesellen eine gewisse positive Beklommenheit ab, die kurzfristig mit einer verstärkten Konzentration einhergeht.

 

Das umfangreiche – letztlich in Summe aber doch nicht mehr als wenige Minuten am Tag andauernde – „Theater“ schweißt mich mit meinem kleinen Gesellen zusammen.

 

Er bekommt dabei seine Streicheleinheiten und ganz viel Aufmerksamkeit. Sobald wir am Tisch sitzen, versuchen wir ihm dann keine Beachtung zu schenken, sodass dann das lästige Betteln um Beachtung entfällt.

Wir passen auf, dass der Kleine nur von einem sehr eingeschränkten Personenkreis angefasst werden darf, sodass wir immer mehr zu seinen ausschließlichen Bezugspersonen werden. Menschen, die sich bücken, um den Welpen zu streicheln, rufe ich zu, sie mögen das doch bitte lassen und kläre dann ggf. auf, warum ich das nicht möchte!

 

Reizangel und Tennisball (hier klicken!) wurden von Bismarck hoch willkommen als Spielgeräte angenommen.

 

Unverzichtbar sind gerade auch tagsüber lange, ausdauernde Ruhephasen die gewährleisten, dass sich der Körper erholen und entwickeln kann. Auch muss das Erlebte damit verdaut werden! Wichtig ist dabei die „Blockruhe“, also mehrere Stunden „Zurückgezogenheit“! Den Hund vollkommen in Ruhe lassen, auch wenn es schwer fällt! Der Hund muss sich in sein eigenes Ich zurückziehen können. Das kann er nur, wenn er von unserer Seite tagsüber mehrmals drei, vier Stunden nicht beachtet wird! So bekommen wir einen in sich ruhenden, aufmerksamen Hund! Auch gehört der Hund die ersten sechs Wochen auf das eingefriedete Grundstück. In diesem Terrain baut er Sicherheit auf und kann sich Schritt für Schritt  immer mehr verwirklichen. Zu frühe Touren mit einem Welpen durch die menschliche Zivilisation können zur Übersensibilisierung und damit zur anhaltenden Nervosität führen.

 

Einen ruhigen Hund bekommen wir dadurch, dass wir ihn zur Ruhe kommen lassen!