Anfang des Jahres 2020 wurde Schröder vor meinen Augen schwer geschlagen. Quer durchs Treiben brachte er mir einen Überläuferkeiler, den ich leider nur „weich“ erwischte. Der Rüde erreichte schließlich das kranke, aber noch sehr bewegliche Stück und attackierte es blitzschnell, auch in der Absicht, es im vorderen Bereich zu binden. Mit einer einzigen Kopfbewegung des Keilers wurde die Keule des Hundes aufgeschlitzt. Um 11.00 Uhr war für mich „Ende der Jagd“, die Odyssee endete schließlich abends mit dem Abholen des operierten Hundes aus der Tierklinik. Das beteiligte Forstamt zeigte sich generös und übernahm sämtliche Tierarztkosten indem es direkt mit der Klinik abrechnete. Toll!

Einmal mehr konnte ich mein Ortungsgerät spektakulär nutzen, indem ich auf das Halsband einen lauten Signalton schickte, umso den lagernden Hund zu finden.

Nachdenklich machte mich ein gut gemeinter Kommentar eines der Verantwortlichen: „Seien Sie froh, dass Sie einen so scharfen Hund haben! Häufig fehlt es doch an der erforderlich Schärfe!“

Es war bereits der vierte Tierarztbesuch mit Schröder nach Keilerkontakt in den Jagdjahren 2018 bis 2020. Einmal abgesehen von den traumatischen Schmerzen für Schröder, ist es für mich als Besitzer quälend, immer wieder diese Situationen durchleben zu müssen. Bisher hatte ich Glück, immer in kürzester Zeit Kontakt zu meinem kranken Hund zu haben. 

Wäre es nicht besser, auf etwas Schärfe zu verzichten und damit auch unsere Hunde zu schützen? Mein Charly, (Donn vom Waldläufer, 12 Jahre) und wohl auch Bismarck sind vorsichtiger und bewegen trotzdem bis zu 95 % der kontaktierten Sauen. Wenn wir in unserem Leben auch immer 95% unserer Aufgaben erfüllen, sollte das doch ausreichen!?

Einmal mehr von mir die Aufforderung, ein anderes züchterisches Augenmerk auf die Schärfe unserer Hunde zu haben.